#Indiebookday 2017

Ich möchte den heutigen Indiebookday zum Anlass nehmen, eine subjektive Liste lesenswerter Indie-Publikationen zu erstellen. Manches habe ich bereits hier auf dem Blog ausführlicher besprochen, manches mehrfach gelesen, anderes vor längerer Zeit, das ein oder andere habe ich gerade erst angefangen, aber mit so viel Begeisterung, dass ich es doch teilen wollte. Die Reihenfolge der Liste stellt übrigens keine Wertung dar.

Fische retten_Fotor

  1. Fische retten von Annelies Verbeke bei mare: Heute angefangen, schon zur Hälfe durch. Gut, es ist kurz (185 Seiten). Aber eben auch sehr kurzweilig: Eine Schriftstellerin kehrt nach dem Ende einer großen Liebe der Literatur den Rücken, um fortan die Fische der Meere zu retten. Zu diesem Zweck hält sie Vorträge auf ichtyologischen Kongressen, die als „Literarisches Intermezzo“ angekündigt und eher verhalten aufgenommen werden. Ich schätze, dass sie auch in der zweiten Hälfte des Buches die Fische nicht wird retten können, aber vielleicht rettet sie sich selbst. Ich hatte das Buch schon länger hier liegen, wurde aber erst von Verbekes Beitrag zur Reihe Hausbesuch, der mir sehr gut gefallen hat, zum Lesen animiert.
  2. Ein dreifach Hoch auf die Milchstraße! von Kurt Vonnegut bei Kein & Aber: Frühe Kurzgeschichten von Kurt Vonnegut, übersetzt von Harry Rowohlt. Da kann man gar nichts falsch machen, macht man auch nicht. Gibt es offensichtlich nur noch als E-Book. Die Sammlung erinnerte mich an die Multiversums-Theorie, der zufolge es in den multiplen Universen alles gibt, was wir uns vorstellen können, und noch viel mehr. Genau wie bei Vonnegut. Es gibt Welten, die genau wie unsere sind, vielleicht nur mit einem kleinen aber möglicherweise entscheidenen Unterschied. Einige der Geschichten scheinen in solchen Welten zu spielen: Alles ganz realistisch, bis plötzlich …
  3. Von der Notwendigkeit, den Weltraum zu ordnen von Pippa Goldschmidt bei CulturBooks: Wo wir gerade bei Kurzgeschichten und Weltraum sind – diesen Band der Astrophysikerin Goldschmidt habe ich letztes Jahr mit Gewinn gelesen und bereits ausführlich besprochen.
  4. Der Letzte macht das Buch aus von Stephan Porombka bei Frohmann: Es gibt eine ganze Reihe wunderbare Twitterbücher bei Frohmann; das Besondere an diesem ist, dass der Autor persönlich es nochmal in „Schönschrift“ abgeschrieben hat. Das ist schon eine Vorausdeutung auf das Flackern zwischen Online und RL, Pop- und Hochkultur, Philosophie und Spaß (wenn denn solche Kategorien sinnvoll wären), performen und gleich noch mit reflektieren.
  5. Hacking Coyote von Alan Mills bei mikrotext: Letztes Jahr im September als E-Book erschienen (und damals von mir ausführlich besprochen), gibt es den Essay seit Januar 2017 auch als gedrucktes Buch.
  6. Die Rosenbaum-Doktrin von Wolfgang Herrndorf bei SuKuLTuR: Habe ich erst diesen Monat entdeckt, gelesen und besprochen. Die Begeisterung hält weiter an.
  7. Der Literatur-Express von Lasha Bugadze bei der Frankfurter Verlagsanstalt: Bin gerade erst auf dieses letztes Jahr im März erschienene Buch aufmerksam geworden, aber schon das Setting hört sich sehr vielversprechend an:  Hundert Autoren aus ganz Europa sollen gemeinsam im Zug von Lissabon nach Moskau fahren, darunter der Protagonist und wenig erfolgreiche georgische Autor Zaza. Obwohl Bugadze einer der meistgelesenen Autoren Georgiens ist, dürfte seine Übersetzerin Nino Haratischwili bei uns weit bekannter sein. Mehr Informationen und eine Leseprobe gibt es hier.

Es wird schon spät, der Indiebookday neigt sich seinem Ende, deshalb sollen sieben Vorschläge dieses Jahr genug sein. Ich hoffe, es ist die ein oder andere Anregung für Euch dabei!


© mare

Verbeke, Annelies: Fische retten. Aus dem niederländischen von Andreas Gressmann, Hamburg (mare) 2011.

 

 

© Kein & Aber

Vonnegut, Kurt: Ein dreifach Hoch auf die Milchstraße! Übersetzt von Harry Rowohlt, Zürich (Kein & Aber) 2010.

 

 

 

© CulturBooks

Goldschmidt, Pippa: Von der Notwendigkeit, den Weltraum zu ordnen. Übersetzt von Zoë Beck, Berlin (CulturBooks) 2014.

 

 

© Frohmann

Porombka, Stephan: der Letzte macht das Buch aus. Berlin (Frohmann) 2013.

 

 

Cover – Alan Mills – Hacking Coyote

Mills, Alan: Hacking Coyote. Berlin (mikrotext) 2016, print 2017.

 

 

Wolfgang Herrndorf: Die Rosenbaum-Doktrin, © SuKuLTuR

Herrndorf, Wolfgang: Die Rosenbaum-Doktrin, Berlin (SuKuLTuR) 2007.

 

 

© Frankfurter Verlagsanstalt

Bugadze, Lasha: Der Literatur-Express. Übersetzt von Nino Haratischwili, Frankfurt a. M. (Frankfurter Verlagsanstalt) 2016.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s