Viel zu lesen Du noch hast …

Originelles, lustiges Buch um die großen Sorgen des Alltags liebenswerter Middleschool-Nerds

Autor und Zeichner Tom Angleberger hält sein Leben erfrischend geheim, weshalb die Biografie auf seiner Website origamiyoda.com nicht gerade klassisch aussieht:

Age: secret
Birthday: 24 Oct.
Location: secret
Home state: Virginia
Security Clearance: AlphaShadow1
[…]
SuperPower: Aspergers!

Aber muss man mehr über Tom Anglebergers Person wissen, um zu verstehen, warum Yoda ich bin! Alles ich weiß! so ein spezielles Buch ist? Es ist genial lustig, nachdenklich und ansteckend. Zum Glück gibt es in jedem Band hinten Faltanleitungen – denn ich kann mir nicht vorstellen, dass es einen Leser gibt, der am Ende (oder schon gleich zu Beginn) nicht auch eine Origami-Yoda-Fingerpuppe haben muss. Muss!

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Origami-Yoda

Die Geschichte spielt an einer typischen amerikanischen Middelschool und präsentiert sich dem Leser in Form einer Fallstudie: Tommy muss unbedingt herausfinden, ob das Yoda-Orakel (eine Origami-Fingerpuppe, die Mitschüler Dwight gefaltet und sogar selbst entworfen hat) echt ist, das heißt, ob es mit seinen mysteriösen Ratschlägen recht hat. Tommys Leben hängt von dieser Frage ab, denn er muss wissen, ob er Yodas Rat befolgen und das tollste Mädchen der Schule zum Tanzen auffordern soll.

Um zu prüfen, ob Yoda echt ist, ob er auf „die Macht“ Zugriff hat, sammelt Tommy alle Fälle, in denen Yoda jemandem einen Rat erteilt hat und erörtert, ob es richtig war, den Rat zu befolgen. Um die Wissenschaftlichkeit der Fallstudie zu erhöhen, lässt er seinen Mitschüler Harvey, der von Anfang an nicht an das Yoda Orakel geglaubt hat und auch jetzt nicht daran glaubt, die Fälle kommentieren. Da es aber Tommys Fallstudie ist, lässt er es sich nicht nehmen, die Kommentare wiederum zu kommentieren. Kellen fügt schließlich noch erläuternde Zeichnungen hinzu. Manche Beiträge werden auch nicht von Tommy, sondern von anderen Mitschülern verfasst. Das merkt man einerseits am Stil und andererseits an der Schrifttype: jede Figur hat eine eigene, woran man vielleicht schon erahnen kann, wie durchdacht das Buch gestaltet ist. Die meisten dieser Figuren sind ziemlich verschrobene Typen, nicht unbedingt die beliebtesten Schüler der McQuarrie Middleschool. Sie haben alle mehr (Dwight, Murky) oder weniger (Tommy, Kellen) außergewöhnliche Eigenheiten, aber das macht sie natürlich gerade so liebenswert und das Buch so lustig und unterhaltsam. In ihrer Schule stehen ihnen diese Eigenheiten hinsichtlich des Gruppenzwangs zur unbedingten Coolness leider nur allzu oft im Weg – aber dann wartet Yoda mit den unwahrscheinlichsten Lösungen auf.

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R2-D2 und C3-PO

Meine Kinder und ich haben vor zwei Jahren alle fünf Bände, die damals verfügbar waren (inzwischen gibt es sechs) der Reihe nach verschlungen, alle Fingerpuppen nachgefaltet und dann alle sechs Star Wars Filme mit unseren Fingerpuppen in verteilten Rollen mitgespielt. Die Yoda-Reihe hat uns so für die Sommerferien gut zu tun gegeben, und auch auf langen Zug- und Autofahrten im Urlaub waren meine Jungs mit Origami immer gut beschäftigt.

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Darth Paper

Wie bei vielen Fortsetzungen, die nicht schon mehrbändig geplant sind, lässt die Qualität ca. ab dem dritten oder vierten Band etwas nach, aber wenn man Charaktere, Setting, Erzählstil und Gestaltung so sehr ins Herz geschlossen hat, dass man am liebsten niemals zu lesen aufhören würde, hilft einem diese nachlassende Qualität, sich schleichend zu entwöhnen.

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Imperator Palpatine

Tom Angleberger hat auch noch einige andere Kinderbücher geschrieben, von denen uns besonders Vorsicht vor Fako Mustacho gefallen hat: Ein Junge kauft sich einen teuren Geschäftsmänneranzug und einen falschen Schnurrbart für über hundert Dollar, mit dem er bald die ganze Stadt im Griff hat. Der einzige, der weiß, was läuft, ist sein ehemals bester Freund, aus dessen Sicht der erste Teil des Buches geschrieben ist. Mit Hilfe des Kinderfernsehstars Jodie-O’Rodeo versucht er Fako Mustacho zu stoppen.

origamiyodapressefoto

 

 

Angleberger, Tom: Yoda ich bin! Alles ich weiß! Ein Origani-Yoda-Roman.

Deutsch von Collin McMahon, Baumhaus Verlag 2011

 

9783868735840-de-300

 

Angleberger, Tom: Vorsicht vor Fako Mustacho oder wie Jodie O’Rodeo mit ihrem Wunderpferd (und einem nerdigen Kind) die Präsidentschaftswahlen vor einem verrückten kriminellen Genie mit falschem Bart rettet.

Mit Illustrationen von Jen Wang, Deutsch von Karlheinz Dürr, Knesebeck Verlag 2013

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